Tosca wendete sich zu ihm.

„Ich wollte nur fragen, ob Sie ein gutes Gedächtniß haben?“ fuhr er fort und sah die Rose an.

Tosca folgte seinem Blick, verstand ihn und rief:

„O ein ganz excellentes! besonders für fremde Sünden.“

„Und ich hab’ es für die eigenen; werden Sie mich denn nicht etwas beklagen?“

„Behüte der Himmel! gerechte Strafe zu leiden ist sehr heilsam! — Sagen Sie mir,“ fuhr sie fort, indem sie sich ganz zu ihm wendete, „was hatte ich Ihnen denn eigentlich damals zu Leide gethan? ich hab Sie schon immer danach fragen wollen.“

„Gnädige Frau, es ist eine kindische Geschichte!“

„Gleichviel!“ rief Tosca; „die Kindereien liegen jetzt so weit hinter uns, daß wir uns ihrer nicht mehr zu schämen brauchen ... denn sonst müßte auch ich es thun.“

„Und werden Sie in dieser kleinen Geschichte auch das entschuldigen, was — nicht kindisch ist?“

„Gewiß! denn es ist verjährt,“ sagte sie erröthend.