„Falten, Agathe?“
„O nein! ich weiß nicht, was es ist! sag’ es mir, Sigismund.“
„Kind! Kind!“ sagte er lächelnd, „grabe doch nicht so in die Tiefe! da giebt’s ja Särge und Leichen.“
„Ja,“ rief sie lebhaft, „und deren Gespenster kommen auf die Oberwelt, und ich mögte sie verscheuchen.“
„Was meinst Du eigentlich?“ fragte er und sah sie ein wenig befremdet an.
„O! daß ich Dich liebe, Sigismund!“ sagte sie sanft.
Als er Agathe in ihrer Liebe bestärkt und beruhigt sah, that er einen langen innerlichen Athemzug, als fühle er sich von einer Sorge befreit.
Später kam seine Schwester mit ihrem Mann. Sie sagte freundlich:
„Wenn Du mich nicht aufsuchst, lieber Sigismund, so such’ ich Dich auf — verwöhnter Mensch, der Du bist. Wir können nun einmal Alle nicht von Dir lassen.“
Das rührte und erfreute ihn. Sein Herz hob sich wieder, um aus der Beklommenheit herauszutreten, die ihn den ganzen Tag umspannt gehalten. Diese Frauen, Auguste und Agathe, beide so verschieden, und einander so fremd im innersten Wesen, schienen sich nur in der Liebe zu ihm zu begegnen und zu verstehen. Die Schwester freute sich an der Adoration, mit der die Braut zu ihm emporsah; und die Braut an der huldigenden Zärtlichkeit der Schwester. Ihm wurde wohl, er fing an, sich heimisch zu fühlen. Plötzlich fragte ihn sein Schwager: