Er trug sie in seine Gondel: nicht auf dem hohen Sockel, worauf sie, ganz nackt, wie eine Statue stand; auch nicht in der Silberschale, in der sie, ganz nackt, einer Perle ähnlich ruhte; – sondern ausgestreckt auf dem marmornen Sarkophag, ganz nackt, gleich einer Toten. So fuhren sie, der Ritter in seiner Rüstung ihr zu Häupten, den Großen Kanal hinab. Als sie aber an der Piazzetta landeten, wo das ganze Volk wartete, da sah das ganze Volk, daß aus ihrem Herzen ein roter Tropfen trat.

Von Künstlern und Kunstwerken

Memlings Bild

(April 1473)

Von Paul Enderling

Paul Beneke stand vorn am Bug, wasserdurchnäßt und blutbespritzt.

»Smiet de Hakens röwer!« brüllte er durch Sturm und Kampfgeschrei.

Die Enterhaken packten das englische Schiff und fraßen sich gierig in das Holz. Ein Armbrustbolz zeichnete eine blutige Spur über Paul Benekes borstigen Schädel und riß seine Mütze weg in die schaumbespritzte See. »Wart, ick wull di!!« Er drohte wütend mit der Faust herüber. Dann stülpte er sich den Helm eines Gefallenen auf.

Nun stürmten die Danziger Matrosen hinüber auf den »Sankt Thomas«. Ein paar Minuten später glitt die burgundische Flagge nieder, unter der das englische Schiff gefahren. Die Schiffsbesatzung hielt die Hände hoch. Der Kapitän, der totenblaß am halbzersplitterten Mast hockte, winkte den hanseatischen Kapitän zu sich.

»Ihr seid Paul Beneke, den sie einen ›harten Seevogel‹ nennen. Ists nit so?«