Auch in Wien, wo Clemens Brentano sich dafür verwandte, drang es nicht durch, obgleich es schon der Zensor in der Mache gehabt hatte. Die Zensurhofstelle hatte dabei allerhand lustige Änderungen vorgenommen, von denen Brentano am 5. April 1814 dem Freunde Arnim einige verriet. Eine Szene, in der von Brutus, dem Mörder Cäsars, die Rede war, wurde ganz gestrichen. »Was wird der Mensch in der Sklaverei, ein rechtes Vieh« hieß es in einem andern Auftritt; diese echt Arnimsche derbe Wendung ging dem Wiener Zensor wider die Haare; er schrieb dafür die hochtrabenden Worte hin: »Wie sinket die Würde der Menschheit unter eisernem Scepter.« Und den burschikosen Vergleich: »Sie ist so dumm wie ein Ochs« hatte der höfliche Mann auch nicht zugelassen, sondern die letzten drei Worte einfach gestrichen.

»Auf der Alm, da gibt's ka Sünd.«

In einer Posse: »Die Pantoffelmacherin« von Told wurde bei der Aufführung auf einem Wiener Theater die Gräfin von Molkenflur in eine »Frau von«, der Edle von Wiesenklee in einen bürgerlichen Wiesenklee umgetauft, und in einer Gesangstrophe änderte der Zensor die Verse eines Mädchens:

Und spricht dann nach der Jagd

Der Jager bei mir ein,

folgendermaßen um:

Und spricht wohl öfters unter Tags

A Gamsel (!!) bei mir ein.

Das Madonnenbild.

Oehlenschlägers vielgespielter »Correggio« wurde in Wien verboten, weil darin ein Madonnenbild vorkommt.