Kjersti Hoël steht selbst an der Kuhstalltür und öffnet.

Die Kühe erkennen sie wieder, alle schreiten sie, eine nach der andern, an ihr vorüber, für jedes der Tiere hat sie ein freundliches Wort, jedem streichelt sie den Kopf, und stolz und zufrieden gehen sie in den Stall und in ihre Stände hinein; keines geht fehl. Und es eilt; denn sie wissen, daß etwas besonders Gutes ihrer zum Willkommen in der Krippe wartet, und das tut auch wahrlich not; denn unterwegs ist keine Zeit gewesen, etwas zu fressen.

Die Sennerin steigt ab, Kjersti gibt ihr die Hand und sagt: Willkommen daheim.

Darauf geht sie zum Schafstall, öffnet die Stalltür und zählt die Ziegen und Schafe, und als Sidsel hinzukommt, gibt Kjersti ihr ebenfalls die Hand und sagt: Willkommen daheim.

Ja, aber — ich habe Krummhorn nicht mit.

Nein, das sehe ich, und das ist gut, dann sind wir das leidige Tier doch los, wenigstens vorläufig. Du bist richtig flink gewesen wie ich sehe; ja, und gewachsen bist du auch; dein langer Rock reicht dir ja nun knapp bis auf die Fußspitzen.

Darauf mußte Sidsel der Sennerin helfen, die Kühe anzubinden, während Kjersti dabei war, wie den Saumpferden die Packsattel abgenommen wurden, und sich das Heimgebrachte ansah.

Dann kam Kjersti wieder zu ihnen und lud sie ein, mit ins Haus zu kommen; es war gerade, als wären sie vornehme Gäste. Und drinnen wurden sie in die Stube gebeten, Sidsel wie die Sennerin, und hier war der Tisch für sie gedeckt und Erbsenbrot, Plinsen und warme, neue Kartoffeln aufgetragen; denn das ist die geziemende Kost für Leute, die von der Senne kommen, — und Kjersti saß selbst mit am Tisch, schenkte den Kaffee ein und nötigte und bat, zuzulangen. Und dann mußten sie erzählen, was sie alles oben im Gebirge erlebt hatten, vom Vieh und von der Ernte; welche Kuh die meiste Milch gegeben und welche weniger gut gemolken hatte, und sie ernteten eitel Lob, weil alles so gut gegangen, und sie so geschickt und fleißig gewesen waren.

Als Sidsel Langröckchen am Abend sich wieder in ihrem kleinen Bett in der Gangkammer ausstreckte und alles überdachte, was sie diesen Sommer in den Bergen erlebt hatte, da fand sie, ihr wäre es so gut und herrlich ergangen, und sie habe soviel Spaß gehabt, wie nur überhaupt denkbar, aber freilich war es auch wieder schön, nach Hause zu kommen, wenn man eine so fabelhaft gute Hausmutter hatte wie Kjersti Hoël.

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