Kjersti Hoël kam nun zu ihr hin: Da will ich doch einmal das Knäuel auflösen und sehen, was eigentlich drin steckt, sagte sie, und dabei begann sie, ihr erst die roten Fausthandschuhe auszuziehen und dann alle die wollenen Schaltücher aufzubinden. Bald saß Sidsel abgetakelt da, aber doch noch immer hübsch rundlich in ihrem kurzen Oberleibchen; denn der weite Rock war nicht nur unten zu lang, auch oben reichte er ihr bis dicht unter die Arme.
Kjersti blieb stehen und sah sie eine Weile an:
Dachte ich mir’s doch, daß ich ein niedliches kleines Mädel in dem Knäuel finden würde. Du ähnelst deiner Mutter.
Sidsel wurde so verschämt, daß sie ganz vergaß, daß sie ja Spinnfrau spielen sollte. Sie schlug die Augen nieder und wußte nicht, was sie antworten sollte.
Was ist denn aber mit der Rönnaug, deiner Mutter, daß sie nicht selber kommt?
Sie fühlte sich heute morgen nicht wohl.
Nein, ist sie krank? Rönnaug war doch sonst immer die Gesundheit selber. Was fehlt ihr denn?
Sie meinte, es müsse wohl der schwarze Kaffee sein, der ihr schlecht bekommen ist.
Seid ihr denn ohne Milch? Ja, nun sehe ich erst, du hast den Eimer mit.
Ja, denk dir nur, die Bliros läßt sich’s auf einmal einfallen, den ganzen Winter trocken zu stehen.