Und nachdem Kjersti ihr die Schafe und die Ziegen gezeigt hatte, da hatte sie wahrhaftig angedeutet, daß sie wahrscheinlich zum Frühling hin eine Hirtin haben müsse, und da hatte Sidsel — sie wußte selbst nicht, wie sie dazu kam — der Kjersti erzählt, wie sie daheim vom Fensterchen aus sich immer Hoël ausgewählt habe, für den Fall, daß sie in Dienst gehen müsse.

Ob sie denn gern von zu Hause fort wolle?

O ja, wenn es nur nicht so schmerzlich wäre, die Mutter verlassen zu müssen.

Nun, darüber wollten sie jetzt nicht weiter reden — sie würde schon im Frühjahr einmal kommen und mit der Mutter sprechen. Jetzt müßten sie aber ins Haus, damit sie etwas zu essen bekäme zur Stärkung für die Reise; denn sie müsse wohl nun daran denken, heimzukehren, es ginge ja bereits auf den Abend.

Darauf gingen sie wieder ins Haus, und Sidsel wurde von neuem bewirtet, und während sie aß, sah sie, wie Kjersti Butter und Käse und andres mehr aus dem Keller heraufholte, und alles in das große Einschlagetuch, in dem das Garn gewesen war, einwickelte. Aber den Milcheimer rührte sie nicht an; dagegen bemerkte Sidsel, daß sie leise etwas zur Magd sagte und daß diese hinausging.

Nachdem Sidsel gegessen und, wie es sich geziemt: Dank und Ehre für Essen und Trinken gesagt hatte, meinte Kjersti:

Ja, nun heb mal das Bündel und versuch, ob du es tragen kannst.

Das war nun freilich tüchtig schwer, doch sie würde es schon erschleppen können. Aber noch immer erwähnte Kjersti den Eimer nicht.

Ja so, nun komm her, Sidsel, ich will dir mit den Schaltüchern helfen!

Sie zog ihr die dicken Handschuhe über die Finger, wickelte sie in alle die vielen Schaltücher ein, und bald stand Sidsel wieder reisefertig da, ebenso wohl verpackt, wie sie gekommen war.