Weißt noch?

Ade.“

O ja, sie wußte!

Sie wußte auch, was Henry, Schwager „Weißröckchen“, wie sie ihn nannte, geschrieben hatte:

„Alles vortrefflich! Das kleine Ungeheuer ist, was man so einen „prächtigen Jungen“ nennt! Schwere Entbindung, wie wir das nun einmal in der Gewohnheit haben. Marie befindet sich nach ihren Strapazen jetzt mehr als gut. Der Arzt ist außerordentlich zufrieden. Nicht die geringste Ursache zu Besorgnis.“

Und der heutige Brief. Isolde hatte ihn schon mehrmals gelesen. Sie überflog jetzt noch einmal diese und jene Stelle:

„Mein Mann reist jetzt, weil er ästhetisch gequält ist. Der Herr Wöchner leidet schmerzlich darunter, daß ich meine Mutterpflichten an dem Jüngsten erfülle, — noch schmerzlicher aber darunter, daß ihm jetzt so viel unpoetische Dinge unverhüllt entgegentreten.

Dieser Realitäts- und Wahrheitsfanatiker kann nämlich absolut nicht die Wirklichkeit vertragen.

Und da ich noch vollkommen erschöpft bin, sehr wenig außer Bett sein darf, so kann ich mich nicht mehr als gnädig verhüllende Wolken zwischen ihn und die Wirklichkeit schieben.

Körperschwäche und Ammendienst halten mich von allem zurück. Die einzige Person, die um mich besorgt war, mußte leider sehr bald zurück. Sie war anderweitig engagiert. Die biß für mich etwas Ruhe heraus.