Es gab da zu trösten und zu ermutigen.
Die Mutter litt oft an einer plötzlichen nervösen Herzschwäche und war dann in tausend Ängsten um ihr Leben.
„Fühl nur, Isolde, wie der Puls wieder geht, fühl!“
„Garnicht so übel, was willst du denn, wie soll er denn gehn?“
„Meinst du?“ fragte Mama aufatmend, „mir war, als wenn er ganz aussetzen thät. Geh bitt’, reib mich mal ein bissel in der Herzgegend. Nimm aber Öl an die Finger. — Und dann die Hände — auch reiben — da zuckts und druckts bis in die Fingerspitzen. Ah — ah.“ Mama stöhnte.
Isolde rieb und tröstete.
„Die Angst! die Angst! — ach Isolde! So was kannst du dir nicht vorstellen, wie das ist! Geh, gieb mir mein Brompulverl.“
„’s ist ja keins mehr da, du weißt ja.“
„Dann laß es in der Apotheke schnell machen; aber schnell ein bissel.“
Isolde ging, um es einem der Mädchen zu übergeben. Auf dem Vorsaal hörte sie im Speisezimmer ihren Bruder schelten.