Sie waren die ersten Ansiedler hier oben gewesen. Bei ihnen hatte sich schon so mancher Obstbaum heimisch eingewurzelt und blühte zwischen den kleinen Tannen und zarten Birken und Buchen. —

Frau Lu hatte so ein paar liebe rosige Kerlchen, gefüllte Kirschbäume gepflanzt, die blühten, als wollten sie sich in ungezählten tausend und abertausend rosigen Blumenbüscheln auflösen; und Apfelbäume, die ihre ersten Knospen jugendsicher trugen.

Aus dem grünen Gras schauten weiße Narzissen und allerhand altmodische Bauernblumen, blaue Träubchen und Goldlack.

Henry Mengersens und seines Bruders Garten haben diesen intimen Reiz nicht, den Frau Lu ihrem Stück Land gegeben hatte; aber in ihrer Art sind sie prächtige Besitztümer, groß und schattig.

*

Isolde war, weil Marie es brennend wünschte, auf einige Tage hinauf zu ihr nach Ludwigshöhe gekommen.

Sie hatte da oben, wenn sie ihre Schwester zu besuchen kam, ein kleines Zimmer in dem Gartenhäuschen einer Nachbarvilla als Absteigequartier.

Henry Mengersens Gastfreundschaft anzunehmen vermied sie, wenn es sich thun ließ.

Es war da auch etwas, was sie in seinem Hause bedrückte und erregte. Sie konnte das unermüdliche Werben ihrer Schwester um sein Sich-geistig-ihr-mitteilen auf die Länge nicht ertragen.

Quälend war es Isolden von jeher gewesen, Marie im Atelier zu beobachten, wenn Henry einem Gast eine neue Arbeit zeigte. Marie ließ es sich bei solchen Gelegenheiten nicht nehmen, ein wenig die Sachverständige zu spielen.