Das, was ihr allein lebenswert erschienen war, ihre Kunst, schrumpfte zusammen, zu einem Unsinn, einer Besessenheit, zu einem Unglück.
‚Und alles ist wie ein Weinen im Wald‘, klang es ihr durch das Bewußtsein.
Was konnte sie denn? — so ein Tappen im Dunkeln. Es wurde ja doch nichts.
Gegen das was sie wollte — was hatte sie erreicht?
Ja, wäre sie ein Mann! Da lohnte es sich, für die Kunst zu leben und zu sterben, sich martern zu lassen.
Da lag die große, glänzende Vergangenheit des Mannes über seinem Wollen wie eine Sonne, die ihm leuchtete, ihm Leben gab und Mut machte, die ihm alles verhieß.
Aber sie als Weib! Da lag die tote, leblose Vergangenheit des Weibes über ihr wie eine tote, dunkle Masse und drückte und erstickte und machte jede Bewegung schwer, über jeder Hoffnung lag sie, über jeder Freudigkeit — ah — das war etwas Trostloses, da wurde man so müde — so müde. Da sanken die Hände herab in Trostlosigkeit wie vor Unmöglichem.
Und wie war sie trotzdem immer tapfer gewesen!
Aber heute nicht mehr — nein, heute nicht mehr.
Die Arme, die sie wie ans Kreuz geschlagen gehalten hatte, sanken herab.