In Lus Augen aber stand immer: „Wirst du mein Lieber, dein Werk vollenden? Wirst du mir auch bleiben? Was kann ich thun, um dich zu halten? Wie soll ich’s ertragen, wenn du mir genommen wirst? Was kann ich thun, ich Arme? Ich möchte mich wie einen Teppich zu deinen Füßen legen, wenn es dir hülfe.“

Isolde kannte Lus schmerzvolle Liebe, die den Tod jede Stunde neben dem Liebsten stehen sieht. Es ist leidvoll zu lieben. Aber es ist Leben! Schweres, banges Leben.

Und Isolde lebte nicht!

Leben kann man nur im andern. Sich ganz fühlen kann man nur im andern. Im Zusammenfließen mit einem andern. — Aber wer lebt dann?

Ah — was für ein Schatten sie ist.

Wieder breitet sie die Hände aus, als wäre sie ans Kreuz genagelt. Ihr Gesicht trägt einen bitter wehen Ausdruck.

Welches Unglück ist über sie gekommen!

Ja, davon hat sie doch keine Ahnung gehabt, daß sie so sehr unglücklich war, so ohne Boden für ihre Füße, ohne Halt für ihre Seele — so ein ganz unsäglich verlassenes Geschöpf.

Draußen im Dunkeln das Junge — Neue — Wiedergeborene!

Der Jubel und Atem des Werdens. —