Ja — und auch sie will ihren großen Frühling haben!

Und mit ausgebreiteten Armen kniet sie leidenschaftlich, trotzig, verzweifelt.

Mit dem jungen Laubatem, der zur offnen Thür hereinquoll, kam die heiße, seelenüberquellende Sehnsucht nach einem Kinde über sie mit Frühlingsgewalt.

Sie sehnte sich nach Leben von ihrem Leben, nach dem süßen Körper von ihrem Körper — nach dem Ende der großen Einsamkeit, nach dem Wesen von ihrem Wesen, nach der Verkörperung einer großen Liebe, nach einer so all-einigen Liebe, so eng aneinandergedrängt, so trostreich — so zwei-eins wie Mutter und Kind sind.

Und da war es ihr, als wenn sie sich ganz in Frühlingsthränen auflöste; hingestreckt auf den Teppich, das Gesicht in die Hände vergraben, weinte sie. Und sie wußte von sich nichts mehr, als daß sie weinte — weinte — weinte, wie bewußtlos weinte.

Das war ein warmer Regen sondergleichen, der von der Seele barmherzig alles fortspülen und forttauen wollte, ein so junger, mächtiger Regen, der alles verschleiert.

Da war es ihr — o Wunder, als legten sich zwei trostreiche Arme um ihren bebenden Körper.

Wie denn? Was denn?

Herr Gott! Wer auf der Welt! Wen hatte sie? Wer kam da? Wer war da? — — Ohne Schritte?

Ein Entsetzen durchrann sie.