Sie steht im langen, weißen Nachtgewand mit bloßen Füßen.

Wie es scheint, blickt sie auf ihre Blütenbäume, die in dieser weißlichen Dämmerung unsäglich feinfarbig sich von der Luft abheben, ganz anders als am Tage, als schliefen auch sie und träumten.

Fledermäuschen schwirren — und lassen hin und wieder sonderbar glucksende Tönchen hören.

Es ist so still — so still — leises Vogelgezwitscher. Das Licht ist gleichmäßig, von keinem Punkte ausgehend.

Eine Ruhe sondergleichen. Isolde bleibt jetzt stehen und blickt auf die weiße, regungslose Gestalt.

‚Was hat sie wohl aus dem Schlafe gescheucht? Was thut sie? Was denkt sie?

Steht sie hier, um mir Lebwohl zu sagen?

Fühlt sie mit? Weiß sie?‘

Leise kommt Isolde näher. „Lu“ ruft sie. „Weshalb bist du denn schon auf?“

„Isolde, du!“