Und daß sein Werk vielleicht nicht vollendet wird, deshalb quälst du dich. Du bist eitel!

Das Werk ist in ihm vollendet.

Du bist doch noch Herdentier, Lu. Nein, du mußt ganz anders werden. Ja, werde du wie Schnee; gewiß, so sollst du auch lieben.

Man kann nicht wie Schnee verliebt sein — aber lieben — und du liebst ja.

Lu und eins — kümmere dich nicht so viel um ihn — er ist sich ja selbst genug; beunruhige ihn nicht.

Du bist so begabt, eine von den ungeheuer wenigen Frauen, die ihre Begabung kennen.“

Isolde schlang leidenschaftlich die Arme um ihre Freundin und drückte sie an sich. „Lu arbeite! Arbeite dich zu Tode meinetwegen, Lu. Verzehre deine Kräfte in deiner Arbeit, aber nicht in Liebe und Angst. Sei ein geistiges Geschöpf. —

Gieb mir deine Hand und schwöre mir, die Jahre, die du über die Erde zu gehen hast, willst du ehrlich thun was du kannst,“ sagte sie warm.

„Zieh die Liebe in dir nicht so unselig groß. Siehst du, wir Frauen neigen dazu, alles in die Liebe zu legen.

Wir haben die Liebe zu einer Art Untier gezogen, zu einer Bestie. Sie hat unsern Geist gefressen. Wir haben uns an ihr arm und dumm gefüttert.