Gieb mir deine Hand und schwöre mir, daß du ehrlich thun willst was du kannst mit ganzer Kraft!“
„Ja,“ sagte Lu — „wie du.“
„Ja, wie ich. Ich thue was ich kann.“
Auf ihrem Gesicht lag eine große Ehrlichkeit und Weltentrücktheit.
Sie war von einer Schönheit, die Frau Lu ganz eigen berührte.
„Du herrliches Kind,“ sagte sie.
„Sag das noch einmal,“ bat Isolde.
„Weil ich mich ganz voll davon trinken will,“ antwortete Isolde heftig. „Weißt du, und deinem Guten gieb du einen Kuß, wenn er heut Morgen hier hinaus in den schönen Garten kommt, einen Kuß von mir auf seine Stirn und sag’ ihm: jeder Gedanke von ihm soll gesegnet sein. Und danke ihm für alles, was er mir gesagt hat und was er an mir gethan hat.
Und sag’ ihm, ich geh jetzt, ganz reingebadet — ganz frei und erlöst und sehe die Sonne aufgehn!