Hoch aufgerichtet stand er wie ein Streiter Gottes, die Brust geschwellt, die Augen mit Mannesmut auf seine Frau gerichtet.

Ein ganz klein wenig hielt er sich am Thürpfosten.

Er hatte heut etwas mehr, als die gewöhnliche Bettschwere, mit heimgebracht — etwas mächtig Heiteres.

Unmöglich konnte er sich so zur Ruhe legen, denn er kam von seinem eigenen Triumphzug. Es war ihm vortrefflich ergangen.

Marie und Isolde traten ein, trugen auch, wie die Mutter, Flanellröcke und Nachtjäckchen.

„Ah! Spießbürger!“ rief Doktor Frey. „Ist das ’ne Zucht! So wie die Alten sungen, zwitschern die Jungen.

Déesse! daß i net lach! In a Nachtjacken un’ Flanellhansel! Schamt’s euch net, Bamsen?“

Die Mädchen sahen verdutzt und verlegen auf ihren Vater.

Sie waren trotz ihrer spießbürgerlichen Morgentoilette herrlich anzusehn in ihrer scheuen Jugendlichkeit, die kleinen rosigen Häupter mit den köstlichen lockigen Haarschöpfen, die eine dunkel, die andre goldig leuchtend, und die jungen vollen Glieder, in weicher Schläfrigkeit.

Mit ihnen schien ein süßer Jugendduft ins Zimmer gekommen zu sein, als wären sie aus einem wundervollen Sommergarten, in dem die Linden, Reseden, Levkojen und Lilien in voller Blüte stehen, hier eingetreten, und hätten einen Hauch dieser Wohlgerüche mitgebracht.