„Ich weiß net, Ide,“ schluchzte sie, „wie es bei uns ist!“ Sie weinte herzbrechend. „Deck’ wenigstens dem Schädel ein Tüchel über!“

3.

Die beiden Mädchen sitzen ihrem Vater gegenüber in Mrs. Wendlands Landauer, Kutscher und Diener in vornehmer Livree.

Das leichte Gefährt rollt die Landstraße am Starnbergersee entlang.

„Bamsen, ich sag’ euch, daß ihr mir keine Schande macht. Schaut net so, als wär euch die Butter vom Brot gefallen.“

Der Dichter trägt einen hellgrauen Sommeranzug, graue Kniehosen und schwarze Strümpfe mit Halbschuhen.

Er ist vollkommen der elegante Tourist. Seine mächtige blonde Persönlichkeit nimmt sich vortrefflich aus.

Die Kinder konnten sich nicht erinnern, jemals mit ihrem Vater einen Ausflug gemacht zu haben, und wußten sich jetzt nicht recht in ihre Lage zu schicken.

Er liebte Familiensimpelei nicht und war als Ehemann Junggeselle geblieben. Als Schriftsteller brauchte er unendlich viel Anregung, auf die die Seinigen keinen Anspruch machen konnten. So war es gekommen, daß er in gewisser Weise ein Leben für sich führte und zwar ein Leben, das sich um eine Kaste höher abspielte.

Die beiden Mädchen sitzen wortlos. Aus der dumpfen Stadt in die schöne, reiche Sommernatur gekommen zu sein, thut ihnen weh und wohl, der weiche Seewind, die mächtigen Massen tiefdunkeln Laubes, das die Luft einzuengen scheint und der Duft nach blühendem Gras — wie bedrängt sie das alles! Das sollte man immer haben können! Arme junge Menschen, denen die Natur fremd bleiben muß.