Doktor Frey führte seine zusammengelegten Fingerspitzen zum Munde, machte eine Geste der Verzückung.
„Götterweib!“ kam es inbrünstig, unhörbar von seinen Lippen.
„Nee!“ dieser Meinung war der moderne Schriftsteller nicht, Hühner und Weiber nur ganz frisch. „Hautgoût! Brr! Künstliches Hautgoût, Fin de siècle — Hautgoût als Parfum für die weibliche Jugend — famos! Schreibe selbst solches Zeug. Verdammt raffiniert so was! Geist beim Weib höchst verdächtig! Hat die gute Dame Kinder gehabt? Geist beim Weib einfach pathologisch. Übermensch, was ist denn dir in die Krone gefahren? Warst doch sonst nicht so? Die Millionen etwa? Nee — nee — da laß ich mir nix vormachen.“
*
Mengersen hatte eine Mappe auf den Tisch gelegt, neue Reproduktionen.
Er sprach mit dem Baron darüber, war mit irgend etwas zufrieden oder unzufrieden. Sie sprachen kühl hin und her über Geschäftliches und so weiter.
Mengersen legte einige Blätter auf den Tisch und zufällig vor Isolden hin.
Und es waren jene Blätter.
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Mrs. Wendland und Doktor Frey standen am geöffneten Fenster. Der temperamentvolle Prophet und möglicher Weise baldige Reichstagsabgeordnete und so weiter, sprach auf die schöne Frau mächtig ein.