„Du kommst also zu mir, Isolde, in der ersten Stunde, in der es uns möglich ist.“

Ihre Augen sagten es ihm zu. Sonst war sie ganz unbeweglich.

Er ging, und zwar in wunderlicher Erregung; machte einen weiten Gang um ruhig zu werden.

Hier hieß es, Vernunft beieinander halten. Das war ja eine ganz gefährliche Geschichte, die in den Rahmen seiner gewohnten Liebesabenteuer nicht passen wollte.

‚Sie wird doch nicht!‘ dachte er erschreckt, als er sich das erste Wiederbegegnen mit Isolde in der Gesellschaft ausmalte. ‚Sie wird in ihrer Naivität sich doch nicht als Braut betrachten! So eine höhere Tochter in ihrer Weltfremdheit weiß nichts als Verlobung und Heirat und Heirat und Verlobung. Wie ihr das beibringen?‘

Zuerst meinte er, er wollte sich an diesem Abend zurückziehen, um sie nicht in Versuchung zu führen, ihn und sich zu kompromittieren. Dann verwarf er diesen Plan. Es war besser sie im Auge zu behalten. Und so geschah es.

Er behielt sie im Auge und sah an diesem Abend ein stilles, rührend schönes Kind, das in seinem duftigen Kleid einer großen, weißen, träumerischen Blume glich.

Er sah, wie sich Arthur Wendland um sie bemühte — und wie sie nichts bemerkte, nichts sah und verstand, was um sie hervorging.

Schon bei seinem: „Guten Abend, Fräulein Isolde,“ war er fürs erste wenigstens über ihr Betragen beruhigt.

An diesem Abend wurde verabredet, daß alle miteinander Frau Lu am nächsten Morgen nach Hause begleiten und erst am Abend zurückkehren sollten.