Als Henry Mengersen zu später Stunde seine ausführliche und sorgsame Nachttoilette machte, mochte seine Phantasie genug Beschäftigung haben.
Ob er wohl eine Ahnung davon hatte, welch süßes, reines, ganz entflammtes Herz heut an seiner Brust geschlagen?
5.
Der Morgen, an dem Frau Lu nach Hause begleitet werden sollte, war unsäglich taufrisch und wollte ein Sommertag von Gottes Gnade werden.
Blaue, weite Schatten, breite Lichtflächen, kühle Nebel, über dem Wasser schimmerndes Aufleuchten.
Die stille Frau Lu mit dem ernsten Kindergesicht, den schönen Augen, dem kleinen Kopf und der vollen, schlanken Gestalt, schien allen in diesen Tagen nicht viel näher getreten zu sein.
Und doch empfanden sie die Anwesenheit dieser Frau, wie man etwa eine blühende Reseda im Zimmer empfindet.
Bei einer Gelegenheit sagte Mrs. Wendland zu ihr:
„Eine berühmte Frau und ist wie nicht da! Wenn du dich nicht selbst in Szene setzt, — Lu, wer wird dich in Szene setzen?“
Mrs. Wendland wurde oft ungeduldig über sie.