Ihre ganze Jugend war eine große Herzenserregung gewesen. Jahrelang hatte es gewährt, bis sie wußte, daß sie ihn liebte.
Und wie ein Todesurteil war dies Bewußtsein über sie gekommen. Sie waren einander unentbehrlich geworden — und mußten sich trennen — und wollten sich trennen.
Da, — wie ein Wunder trat ein fremder Wille dazwischen.
Sie war es, die eigne Frau, die in Trennung und Auflösung hinein das Wort vom Einanderangehören sprach.
Sie hatte dem Manne schon in den ersten Jahren ihrer Ehe Scheidung angetragen und jetzt bot sie ihm wieder ruhig Scheidung an — und Verbindung mit der, die er liebte.
Eine Wundermähr in all die Todestraurigkeit hinein.
Zwei, die sich aufgaben, stehen schon bereit, den Tod im Herzen — und eine Stimme kommt und spricht: „Bleibt beieinander. — Ihr — ihr dürft es und ihr könnt es. Ich wirke das Wunder.“
Sie glaubten nicht, konnten nicht glauben.
Wozu die Qual des Aufschubs?
Und die Stimme kam wieder, ruhig, eindringlich, überzeugend, bis sie glaubten — und mit einer großen Lebenswonne glaubten.