Achtlos gehen die meisten vorüber; es ist spät, es drängt die Leute heim ins behagliche Bett; was geht sie das fremde Kind an?
Ein betrunkener Matrose torkelt heran: »Sing' einmal etwas anderes, Brüderchen, seit einer halben Stunde plärrst Du das gleiche Lied.«
»Ich weiß kein anderes.«
»Wart', ich pfeif Dir eines vor.« Der Matrose lehnt sich gegen eine Mauer, und die verbotenen Töne eines revolutionären Liedes klingen herausfordernd auf. »So, und jetzt sing dazu:
| »Des Volkes Blut verströmt in Bächen |
| Und bitt're Tränen rinnen drein. |
| Doch kommt der Tag, da wir uns rächen, |
| Dann werden wir die Richter sein!«« |
Eine Frauengestalt huscht heran: »Grischa, Du bist verrückt! Komm fort!« Sie packt den Matrosen am Arm, versucht ihn weiterzuziehen.
»Wart' doch, mein Täubchen, ich muß dem Brüderchen eine Kopeke geben. Da hast Du, mein Söhnchen, und lerne andere Lieder.«
Ein Polizist nähert sich rasch; der Matrose und die Frau verschwinden in einer Nebengasse.
»Hast Du gepfiffen?« schreit der Polizist Ivan an.
»Nein, Euer Wohlgeboren; bei Gott, ich kann gar nicht pfeifen!«