»Weit fort, im kalten Land, hinter Mauern.«
»Und Deine Mutter?«
»Tot.«
»Du hast niemanden auf der Welt?«
»Nur die Großmutter.«
Nadja warf einen scheuen Blick auf die tote Frau, dann betrachtete sie das Kind. Ganz allein auf der Welt war es, ein armes, kleines Geschöpf, diesen blutgierigen Bestien ausgeliefert. Ihre Neugierde und ihr Ekel verwandelten sich allmählich in dumpfen Zorn, sie wußte nicht recht gegen wen. Das Kind hielt noch immer ihren Rock in den kleinen Händen fest. »Nimm mich mit«, bat es, »ich habe Angst, und Du bist gut.«
Nadja starrte abermals auf die tote Frau, und plötzlich stiegen ihr Tränen in die Augen. »Was soll ich mit Dir anfangen, Herzchen, Täubchen? Ich kann keinen kleinen Jungen brauchen.«
»Nimm mich mit, ich habe Angst.«
Ein Kosakenoffizier trat auf die beiden zu.
»Jagen Sie doch den Judenbengel fort, Nadja Fedorowna.«