»Aber Lene!«

»Aber Lene, glaubst Du ich weiß nicht, daß Du uns alle ruhig sterben ließest, bloß um zu einem Mann zu kommen? Was hast Du denn eigentlich vom Heiraten?«

»Das verstehst Du nicht, dazu bist Du zu jung. Wir lieben einander und werden ein trautes Heim haben.«

»Und dann?«

»Was meinst Du?«

»Na ja, trautes Heim, das ist ja sehr schön. Aber was wirst Du mit Deinem Leben anfangen, was wirst Du leisten?«

»Meine Pflichten als Gattin ...«

Lene pfiff durch die Zähne. »Jedes Jahr ein Kind, nicht wahr?«

»Lene, davon spricht man doch nicht.«

»So, das tut man bloß.« Sie betrachtete forschend die Schwester. »Jetzt bist Du noch ganz hübsch, in vier, fünf Jahren wirst Du eine dicke Kuh sein, wie Deine Freundin Käthe, oder ausgemergelt und verdrossen, wie unsere arme Mutter. Und Dein Mann wird Dir aus der »Deutschen Tageszeitung« vorlesen und am Sedantag und Kaisers Geburtstag betrunken nach Hause kommen.«