»Wir werden uns ja wohl in Berlin sehen!«
Der Gymnasialprofessor erhob sich und schlug an sein Glas. In einer wohleinstudierten Rede trank er auf das Wohl seiner Gäste und verlieh der Freude Ausdruck, sein teueres Kind den Händen eines so wackeren Mannes anvertrauen zu dürfen. Während des allgemeinen Anstoßens glitt Lene unbemerkt zu Johannes hinüber. »Wir wollen uns drücken,« flüsterte sie, »der alte General wird bestimmt ein Hoch auf den Kaiser ausbringen, und da tue ich nicht mit.«
»Du bist kindisch, Lene.«
Sie sah ihn vorwurfsvoll an. »Man darf keine Kompromisse schließen. Komm, niemand wird bemerken, daß wir fehlen.«
Er folgte ihr; sie eilte ihm voraus, die Bodentreppe hinauf, das lange Kleid mit beiden Händen hochhaltend.
»Mein Gott, war das gräßlich!« rief sie, sich auf eines der alten Polster werfend.
»Was denn?«
»Die ganze Komödie und diese Leute; widerlich. Aber was machst Du für ein Gesicht, Johannes, Du schaust ja ganz traurig drein.«
»Lene, glaubst Du, daß Dein Vater recht hat, und ich ein undankbarer Charakter bin?«
»Weshalb?«