»Wozu?«

»Ich habe gute Nachrichten.«

»Es gibt keine guten Nachrichten.«

Sie nahm den Hut ab und setzte sich auf die Lehne seines Stuhles. »Johannes, es hat gar keinen Sinn, hier zu sitzen und zu verzweifeln.«

»Was soll ich denn tun?«

»Arbeiten! Es sind unserer so wenige, jeder zählt. Warum bist Du heute nicht zu Frau von Reuter gekommen?«

»Um zu hören, wie in einem Salon drei oder vier Menschen verstohlen das Wort: ›Revolution‹ flüstern, während draußen vor den Fenstern die Menge: ›Sieg!‹ johlt?«

»Heute waren es nicht drei oder vier Menschen. Wir haben geglaubt, alle Führer seien verschwunden. Es gibt noch Führer.«

Er lächelte wehmütig. »Mag sein, daß der eine oder der andere sich selbst wiedergefunden hat. Aber was sollen Führer ohne Anhang? Und heute denkt das ganze Volk, wie die Regierungszeitungen wollen.«

»Weil wir diesen Zeitungen freie Hand lassen.«