»Ich begreife den ganzen Vorfall nicht, seid vorsichtig, es kann eine Falle sein. Und Deine zweite Neuigkeit?«
Sie neigte den Kopf zu ihm herab, sprach halblaut. »Weißt Du, wer heute bei uns war, um die Arbeit zu organisieren?«
»Nun?«
»Ich will keine Namen nennen, die Wände haben Ohren. Wir haben unseren Führer wieder, den Mann, dem wir am meisten vertraut haben, und der uns am bittersten enttäuscht hatte.«
Johannes schnellte auf. »Gioia! Ist das möglich? Er hat sich besonnen, ist zu uns zurückgekehrt?«
»Ja, er sammelt die Genossen in aller Stille, niemand darf davon wissen. Bist Du noch immer so niedergeschlagen?«
Er war wie verwandelt; helle Röte stieg ihm in die blassen Wangen, neue Glut belebte die müden Augen. Er rang nach Worten.
»Er, der Mann, der Deutschlands Bestes verkörperte, von dem wir alles erhofften! Wenn es einen Menschen gibt, der die Massen von ihrem Wahn zu heilen vermag, ist er es. Gioia, daß wir ihn wieder haben, daß er der Sache dennoch treu geblieben ist!«
»Wirst Du wieder daran glauben, daß alles gut werden wird? Wir hier, in den anderen Ländern die Freunde, wir sehen einander nicht, hören unsere Stimmen nicht, aber wir wissen, daß jeder den Stein herzuträgt, jeder am Tempel der Freiheit baut, bis er aufragt über Blut und Tränen der geschändeten Menschheit.«