Sie aasten ganz offensichtlich, Flametti zum Trotz. Sie tanzten ihm auf der Nase.

Wenn Flametti mit einem Donnerwetter dreinfuhr und sich beklagte, nahmen sie wohl die Kassiermuschel und gingen sammeln. Doch sie vergaßen dann ganze Reihen zu kassieren, tauschten Späße mit den Gästen und schienen auf alles andere eher bedacht als auf gute Kassierung.

Sie hatten Interesse nur noch für die Mahlzeiten, die Flametti ihnen zu bieten hatte.

Pünktlich um zehn Uhr früh erschienen sie zum Kaffee. Flametti und
Jenny schliefen dann noch.

Sie drangen in die Küche, schoben die blöde Rosa beiseite und durchstöberten Kisten und Kasten nach Honig, Gelee und Butter. Was ihnen bei solcher Razzia in die Hände fiel, aßen sie auf.

Die kleine Lottely hatten sie mitgebracht. Die stopften sie voll
Brot, Kaffee und Gelee, daß der Mund des Kindes aussah wie ein
Kleistertopf.

Pünktlich um zwölf Uhr stellten sie sich zum Mittagbrot ein; rasch, unverschämt und gefräßig.

Besonders Lydia übertraf alle Begriffe von Gier. Kaum erschien die
Platte mit Fleisch oder Gemüse, so hatte sie schon die Gabel oder den
Löffel zur Hand, und wer sich nicht seinerseits sehr beeilte, ging
leer aus.

Sie aßen systematisch, überzeugt, mit Absicht. Sie aßen, als gelte es Vorrat zu essen ohne Rücksicht auf diesen geschwollnen Patron, der ihnen durch seinen ganzen Prozeß, durch sein ganzes schuldbewußtes Benehmen die Überzeugung eingab, es komme nun nicht mehr drauf an, Rücksicht walten zu lassen.

Während des Mittagessens aber machte Lottely einen Finger gegen Flametti und drohte klug: "Du, du!" schlug mit dem Suppenlöffel auf den Tisch, daß die Körner der Reissuppe spritzten; schnellte sich in unbewachten Momenten mit beiden schmutzigen Schuhchen auf dem gebürsteten Plüschsofa, hopsend und krähend; warf die große steinerne Vase mit dem imprägnierten Binsenstrauß um, hinter der Tür; heulte und quäkte.