Flametti legte auch keineswegs Wert darauf, jeden Abend zu spielen. Besonders nicht in den kleinen Beiseln, wo man um sechs Uhr abends schon auf dem Posten sein mußte, wo das Wasser von der Decke tropfte und die Klaviere jämmerliche Drahtkommoden waren, unmöglich, Töne darauf hervorzubringen.

Mochte Jenny recht haben: man solle auch die kleinen Geschäfte annehmen; man müsse ja auch die Gagen zahlen. Aber man war doch nicht in der Tretmühle! Man war doch nicht auf der Welt, um sich abzustrapazieren!

Keine Überarbeitung: das war man seinem Ensemble schuldig. Flametti verlangte dafür nur seinerseits etwas Entgegenkommen: Anstand und guten Willen. Benehmen. Oder er wurde "verruckt", was besagte: schlug alles kurz und klein, rannte Köpfe an die Wand, ging mit dem Messer los auf die Bande.

"So, Kinder", rief Flametti, wischte sich den Mund ab und legte die
Serviette hin, "jetzt kommt die Gage!"

Er nahm den Schlüssel aus der Hosentasche, schloß die Schieblade auf und rief, auf das Eßgeschirr zeigend: "Weg mit dem Zeugs!"

Rosa beeilte sich, das Geschirr wegzutragen. Das Ensemble spitzte die Ohren. Auch Engel hörte nun auf zu essen. Und alle kamen näher.

"Monsieur Arista", begann Flametti, "sechzig Franken. Stimmt's?
Quittieren Sie."

"Stimmt", sagte Arista, "danke schön." Quittierte mit dem
Tintenstift, den Flametti ihm hinschob, und strich das Geld ein.

"Bobby—zwei Franken siebenundzwanzig—hier. Stimmt's? A conto zweiten soundsoviel, à conto vierten soundsoviel, à conto fünften, à conto achten." Er zeigte auf die einzelnen auf der Quittung verrechneten Posten.

"Stimmt, stimmt", sagte Bobby. "Danke!"