Vorbei am Alteisengeschäft des Herrn Ruppel und an der "Drachenburg"; vorbei an der Fischhandlung "Teut" mit ihren Riesenaquarien voll stumpfsinniger Hechte und Karpfen, vorbei an "Hähnleins Kleiderbazar" und "Lichtlis Frisiersalon"; vorbei am "Olivenbaum" und an der "Tulpenblüte", schwenkte Flametti in die Hauptverkehrsader der Fuchsweide, die bucklige Quellenstraße ein.
Er verlangsamte seine Schritte und klimperte, überlegend, mit dem Geld in der Tasche. Er schnupperte in der Luft, die nach Kaffee roch, und zündete sich eine Zigarette an.
Hier war der Korso! Hier war der Betrieb! Es weitete sich seine
Brust und er atmete auf. Kein Gesicht, das er nicht kannte. Kein
Laden, mit dessen Inhaber er nicht schon Tausch und Geschäfte hatte.
Auf dem "Mönchsplatz" saßen die Katzen und putzten sich in der Sonne.
Es war eine Unmenge Katzen, graue, schwarze und rote. Aber es war
Platz genug für sie da. Nachts sangen sie hoch auf den Dächern.
Auf dem "Mönchsplatz" lärmten die Kinder. Sie putzten einander die Nasen, banden einander die Hosen zu, säuberten sich die Köpfe. Aber um jeden Kopf legte die Sonne eine kleine Gloriole.
über den "Mönchsplatz" sprang Fräulein Frieda, die Kellnerin, daß die Röcke flogen.
"Servus Flametti!" rief sie. Es war eine Lust zu leben.
Die Niedermeyers hatten Umzug heute. Auf ein Rollwägelchen hatten
sie ihre Sachen gepackt; auch den Kanarienvogel. Der Mann schob.
Die Frau half drücken. Die Kinder halfen auch drücken und der kleine
Peter hob die Sachen auf, die vom Wagen herunterfielen.
"Wo wohnt ihr jetzt?" rief Flametti.
Und Herr Niedermeyer rief: "Kuttelgasse 33, V.!"