Vorsprach Flametti beim Beizer und legte ihm den Gedanken nahe, um Freinacht und Tanz einzugeben bei der Polizei, was Herr Schnabel zwar überrascht, aber bereitwillig versprach. Er hatte ja keine Ahnung.
Und zur festgesetzten Stunde traf Flametti Herrn Rotter im
Terrassencafé.
Der Rotter war elegant wie immer. Er las gerade die "Daily Mail"—ob er das konnte? Ob das nicht Getue war?—, lud Flametti mit einer raschen, geschickten Handbewegung ein, Platz zu nehmen, setzte den Kneifer vor seine lidlosen, entzündeten Augen, rieb sich die Nase und zückte das Manuskript aus der Mappe.
Flametti bestellte ein Pilsner, und dann befummelten sie die Affäre.
"Also sieh her, Flametti!" sagte Herr Rotter, "das ist der Dreck."
Dabei wog er das Manuskript auf der Hand.
Flametti beugte den Oberkörper herunter aufs Knie und rauchte Zigarre.
"Also es ist so: "Die Delawaren". Du machst den Feuerschein. Die
andern, die Weiber, fünf Stück, machen die Bande. Ausstattung:
Fellkostüme, wie gesagt, Lanze, Tomahawk, Kopfaufputz. Musik: C-Dur.
Beleuchtung: Rot. Einstudieren mußt du's selbst. Hier ist der Text."
Flametti bemerkte sofort, daß Herr Rotter Eile hatte, und beeilte
sich seinerseits, aus der Brusttasche einen Fünfzigfrankenschein in
Bewegung zu setzen, der als Honorar vereinbart und von Mutter
Dudlinger mit riskierender Teilnahme vorgestreckt worden war.
"Hier", sagte Flametti, indem er den Schein auseinanderfaltete, "jeder Arbeiter ist seines Lohnes wert."
"Ah was, Bagatelle!" sagte Herr Rotter und steckte den Schein nachlässig in die Rocktasche.