An der Kasse aber saß einheimsend Jennymama, Silber—und Kleingeld ordnend, Fünffrankenscheine wechselnd, die ankommenden Muschelschalen ihrer kassierenden Damen so distinguiert in die Kasse kippend, als fürchte sie, sich die Finger zu netzen.
Und als Fräulein Amalie mit dem Pintsch so nebenhin fragte: "Gutes
Geschäft?" erhielt sie die sehr reservierte Antwort: "O ja!"
Frau Schnepfe, obgleich es ihrem Geschäftsinteresse zuwiderlief, konnte sich nicht versagen, anzuerkennen, wie hübsch der Saal arrangiert, wie interessant das Programm und wie tüchtig Herr Fournier sei.
Und Traute nahm die Gelegenheit wahr, sich ein wenig zu beschäftigen, indem sie Frau Schnepfes Halsbördchen schloß, dessen mittlerer Druckknopf entgegenkommenderweise verbogen war und allen Versuchen, ihn mit der Nabe zu einem Ganzen zu vereinigen, beharrlichst widerstand.
Was für einen langen Hals die Frau Schnepfe hatte! Und wie sie nach
"Wurmsamen" roch!
Mittlerweile hatte nun Jennymama ein Portemonnaie da, nahm eine
Handvoll Silber, tat es hinein, stand auf, ging zu Herrn Meyer ans
Klavier und sagte:
"Lieber Herr Meyer", flüsternd, "ach, nehmen Sie doch mein Portemonnaie zu sich bis nachher! Es stört mich beim Umziehn. Ich habe keine Tasche im Kleid. Gell ja?" Und legte Herrn Meyer vertraulich die Hand auf die Schulter.
Und Herr Meyer steckte das Portemonnaie zu sich, ohne viel Worte zu machen, und wischte die schweißenden Tasten ab.
"Dank' Ihnen!" sagte Jennymama, "puh, welche Hitze!" und streckte sich im Korsett, daß das Fischbein knackte, und setzte sich wieder zur Kasse.
Und Traute stand auf, unauffällig, duckte sich, schlich zu Flametti und raunte hastig mit fliegenden Augen an ihm empor: