»Kommt mir vor, wär' noch nicht nöthig,« sagte ich lachend in derselben Weise.
»Sag' Euch, muß nach Hause,« antwortete er höchst ernsthaft.
Wladislav war groß, schlank und dunkelblond. Sehr gehalten in seinem Betragen, sehr überlegt in seinen Handlungen, und dabei doch der seltsamsten Extravaganzen fähig, nur daß er sie eben auch so gelassen unternahm und zu Ende brachte, wie alles Andere. Was ich an ihm sehr gern hatte – er war originell wie ein Kind, ohne es zu wissen. Vollkommen ruhig in der Gewißheit, es gerade so zu machen wie Jedermann, wunderte er sich ungemein, wenn man sich über ihn wunderte. Wir kannten uns schon mehrere Jahre – er mochte ungefähr fünf- bis sechsundzwanzig sein, dabei Herr über drei- bis viermalhunderttausend Thaler. Jetzt war er unsertwegen vier Tage hiergeblieben, wir hätten ihn gern noch länger gesehen, aber er wollte sich nicht länger mehr halten lassen.
»Was versäumen Sie denn aber?« fragte Otto.
»Haben Sie gar kein Heimweh, nicht Sie, und Sie auch nicht?« fragte er uns Beide.
»Und wenn wir's haben – wir müssen doch noch hier bleiben.«
»Um ein Buch zu schreiben, das überall just eben so gut geschrieben werden kann, einen Brief zu erwarten, der nichts Gescheidtes bringen wird, denn Briefe, auf die man so wartet, bringen nie etwas Gescheidtes.«
»Sie sind sehr tröstlich.«
»Ich will Sie gern hier fort haben. Sie entwickeln ein schreckliches Talent zum Sitzenbleiben. Ich sehe Sie noch den ganzen Winter über hier kleben und dann im Frühjahr mit Mr. Sealsfield nach Louisiana fahren, um sich dort, wie er Ihnen versprochen hat, in eine Blumenvase setzen zu lassen.«
»Er hat ihr auch verheißen, sie könne vielleicht eine kleine Revolution zu Stande bringen,« bemerkte Otto.