»Wollen Sie das etwa?« fragte Wladislav feierlich.
»Nein,« antwortete ich lachend, »eine Revolution in Amerika machen, lockt mich nicht. Mein kleiner gigantischer Wunsch – Sie wissen, Jedermann hat einen solchen, nur größer oder winziger, – meiner also wäre ein hübsches, niedliches, comfortables Privat-Königreich im Orient.«
»Wo Sie das biblisch-patriarchalische Verhältniß zwischen Herren und Sklaven einführen würden, welches Mr. Sealsfield so wunderschön findet?«
»Sklaven würde ich natürlich kaufen. Wie sollte man es denn anders machen?«
»Vollkommen einverstanden, Majestät. Und wie würden Sie denn heißen? Sie haben Mr. Sealsfield Herrn über Neger, Alligatoren und Klapperschlangen genannt – welchen Titel wollen Sie annehmen?«
Ich ließ den Scherz fallen und sah trübselig hinaus. Wenig elastisch in meiner Stimmung, wurde es mir jetzt leicht zu mühsam, den Federball des Humors zu werfen.
»Glauben Sie mir, kommen Sie zurück,« fing Wladislav nach einer Pause wieder an, aber jetzt ernsthaft. »Da nun einmal für den Augenblick Mr. Sealsfield im Zenith Ihrer Schätzung steht –«
»Bekennen Sie es,« unterbrach ich ihn, »Sie sind etwas vaterländisch eifersüchtig auf den ›überseeischen Autor‹.«
»Aergerlich eher, weil er Deutschland so ganz und gar herunterreißt.«
»Glauben Sie mir, wenn er das thut, verabscheue ich ihn so von Herzen, daß ich mich am liebsten mit ihm auf Tod und Leben schießen möchte. Aber er thut's nur in Stunden. Gewöhnlich ist er gar nicht so hyperamerikanisch, dagegen ganz human und deßwegen mit seiner in die literarische Civilisation verkleideten Urwäldlernatur sehr lieb und wacker.«