Huber starrte düster vor sich hin. Dann raffte er sich auf:
„Als ich Ihnen neulich zuredete, sich frei zu Ihrer Überzeugung zu bekennen …“
„Oh, es bedurfte keines Zuredens! Wahrlich!“
„Um so besser! Oder um so schlimmer! Kurzum: nie war es meine Meinung, Sie sollten sich in eine Rolle begeben, wie Ihre heutige in Mainz es ist, sich dermaßen bloßstellen, sich vor ganz Deutschland kompromittieren. Wozu denn diese Reden auch noch drucken lassen? Wozu denn nach Frankfurt hinüberdrohen? Wissen Sie, wie man in Frankfurt über Sie spricht? Und daß wir die Preußen vor unsern Toren haben?“
„Welche Sprache! Aber ich halte es Ihrer Erregung zugute!“
„Oh, ich bin außer mir! Ich sehe mein Teuerstes in Gefahr …“ Er besann sich, atmete tief und verbesserte:
„Meine teuersten Freunde am Rande eines Abgrundes. Oh Gott, mein Freund! Noch können Sie zurück!“
Er streckte beschwörend beide Hände aus und blickte George flehend an. George sagte mit einem Gefühl, als rauchte der Eishauch seines jählings erstarrten Herzens aus seinem Munde: „Wohin bin ich geraten? Dies ist eine Verschwörung! Was wollt ihr denn von mir?“
Er hatte sich erhoben und einen Schritt vom Tisch zurückweichend starrte er mit erbitterter Befremdung in diese drei ihm zugewandten Gesichter.
„George!“ bat Therese schmerzlich, „du darfst ihn nicht so mißverstehen!“