Sömmerring war wie George im Begriff, Cassel zu verlassen. Er folgte einem Ruf Sr. Eminenz des Kurfürsten an die Universität Mainz. George füllte die Gläser. Sömmerring sah ihm schmunzelnd zu.
„Ich gedenke ein guter Preuße und Lutheraner zu bleiben unter den Verführungen Roms“, sagte er. „Der Hochheimer soll ein Reservat der Herren Domdechants sein.“
George setzte sich. „Oh, du wirst Freunde unter ihnen gewinnen. Tritt nicht zu schroff auf. Ein Mann von Welt betont seine Überzeugungen nicht. Er hat sie, — das genügt.“
„Daß wir beide unter die Pfaffen fallen müssen! Und warum nicht am selben Ort! Oh, George, — Wilna könnte mich nicht locken, du weißt es, — aber ich werde alles daran setzen, dich an den Rhein zu bekommen!“
Sie hoben die Gläser. „Tu es!“ sagte George angeregt. „Auch ich werde für dich arbeiten. In Prag, — in Wien, — wo du willst. Bruder, Connexionen und Connaissancen sind alles!“
„Du hast sie durch deinen Namen,“ Sömmerring sah auf seinen Teller. „Woher sollte ein bescheidener Jünger Äskulaps sie haben, wenn nicht durch seinen Freund und Bruder?“
„Oh, schweige!“ rief George, „du bist eine Hoffnung deiner Wissenschaft, du weißt es. Weißt du auch, wieviel Protektion wir dem Bunde verdanken?“
„Du magst recht haben,“ — Sömmerring sah sich unruhig um, — „indessen wünschte ich dennoch …“
„Du nimmst es zu tragisch. Ich werde es unterwegs zunächst nie ableugnen, einer Loge anzugehören. Kenntnis von Geheimnissen gibt ein Air. Und in Leipzig will ich dem Schrepferschen Zirkel näher treten. Wissenschaftshalber, verstehst du.“
„In Leipzig, —“ Sömmerring lenkte ab, — „du wirst auch nach Halle kommen?“