Lügt oft deine Stirne Ruh’ —‘“
„Therese!“ rief George kummervoll.
„Georgie?“ Sie hob den Kopf. Ihre Augen blickten bewegungslos, klar, rätselhaft, Spiegel tiefer Brunnen. Ein nie bemerkter Zug von Qual spannte die Brauen.
„Therese,“ dachte George erschüttert, „war doch gestern noch ein Kind. Bin ich denn blind gewesen?“
Er zog sie empor, nahm sie in die Arme, bettete ihr Haupt an seine Schulter. „Geliebte,“ flüsterte er angstvoll, „Einzige, sage doch, — ist es dies allein, was dich unglücklich macht, — dies allein?“
Therese hielt die Augen geschlossen.
„Ja, Georgie. Dies — allein …“
„Wir wollen fort von Wilna, Therese,“ redete er leidenschaftlich, und sein Atem bewegte ihr Haar, „du hast recht, ich verkomme hier, du hast recht, es ist ein übles Zeichen, wenn man anfängt, sich hier zu goutieren. Du hast recht, du hast hundertmal recht, — und ich dachte nur, — ich kalkulierte, — aber gleichviel …“
Er starrte über sie hinweg, seine Augen brannten, sein Herz hämmerte. Ein Frösteln schüttelte seinen Körper.
„Du bist müde, Guter,“ murmelte Therese auf einmal schläfrig und lächelte. Er küßte zerstreut die kleinen Finger, die ihm das Jabot lösten. Er war nachdenklich, entledigte sich der Kleider ohne es zu wissen.