In diesem Augenblicke öffnete sich die Thür, und ein mächtiger Baumkuchen wurde aufgetragen.

»Was ist das?« rief Christian freudig betroffen. »Ist da Zauberei im Spiele?«

Das Stubenmädchen entfernte sich schweigend. Die Tante aber erklärte lächelnd:

»Keine Zauberei, lieber Christian. Du vergißt, daß Du uns von diesem Weihnachtskuchen schon öfters gesprochen. Nun, und da dachte ich, damit nichts fehlen sollte –«

Christian blickte auf Ottilie, die, als ob sie nichts hörte, sich mit frischer Füllung der Punschgläser beschäftigte.

»Ah, ich verstehe,« murmelte er leise, und eine flüchtige Röthe überzog seine gebräunten Wangen.

Der Kuchen wurde angeschnitten und erwies sich als vortrefflich, ganz so, wie er unter den geschickten Händen von Christian's Mutter gediehen war.

Einige Minuten lang hatte Christian still und nachdenklich dagesessen. Plötzlich erhob er sich, und zur Tante hintretend, sagte er mit etwas schwankender Stimme:

»Ich weiß keinen geeigneteren Augenblick, liebes Tantchen, als das heutige Freudenfest, um Dir ein freudiges Geheimniß zu bekennen, das für Dich sicherlich schon lange kein Geheimniß mehr ist: Ottilie und ich, wir lieben uns. Willst Du sie mir zur Frau geben?«

Die Tante umarmte Christian, Christian umarmte Ottilie, und die Tante segnete Beide. Ich aber brachte ein Hoch aus auf das Wohl des Brautpaares. Und wieder erklangen die Gläser.