Dann aber, als die fröhlich laute Stimmung etwas ruhiger geworden war, sagte Ottilie zu Christian:
»Da heute schon der Tag der Ueberraschungen ist – auch ich habe Dir etwas mitzutheilen, was Dich überraschen wird.«
Christian lächelte freudig verschmitzt.
»Kann es mir schon denken, Tilly. Der Weihnachtskuchen, nicht wahr? Und die Hachéklößchen damals und alle meine anderen Lieblingsspeisen.«
»Was ist es mit all dem?« fragte sie verwundert. »Ah, Du meinst, daß nicht Mathilde es war, die diese guten Sachen gekocht hat? Ja, das hast Du errathen. Unser liebes Tantchen war es, die Dir eine Freude bereiten wollte, was ihr ja auch vortrefflich gelungen ist. Doch nicht das ist es, was ich Dir sagen wollte. Meine Ueberraschung ist anderer Art. Dein Rothfuchs – täglich, wenn Du nicht zu Hause warst, hab' ich versucht, ihn zu reiten. Darum kam ich immer so erhitzt zu Tische. Du wolltest die Ursache wissen, aber ich sagte sie nicht. Nun, jetzt, mein Schatz, ist Dein wilder Bucephalus völlig in meiner Gewalt.«
Jetzt war an Christian die Reihe, die Augen aufzusperren.
»Ach, das ist es!« sagte er kleinlaut »und ich glaubte –« Und dabei sah er beinahe traurig aus. Doch rasch war seine Verstimmung verflogen. »Bah, was macht es?« rief er, wieder fröhlich. »Die gute Tante bleibt bei uns und leitet das Haus. Vielleicht lernst Du es auch mit der Zeit. Vorläufig bist Du mein lieber, flotter Kamerad. Wir reiten und schießen miteinander.«
»Ja, wir schießen um die Wette.«
»Und unser Ziel –«