»Warum hätte ich denn nicht kommen sollen?« erwiderte er lächelnd. »Freilich bin ich gekommen und habe Dir auch etwas mitgebracht. Einen wunderschönen Wald und allerlei Gethier darin. Bären, Wölfe, Füchse. Wenn Du wieder gesund bist, dann gehen wir miteinander auf die Jagd.«

»Ja, dann spielen wir Jagd miteinander,« bekräftigte der Kleine. »Mama, Du und ich, alle Drei. Ich bin der Jäger, Du und Mama, Ihr müßt das Wild vor mir zu verstecken suchen.«

»Du wirst aber alle Thiere todtschießen, und am anderen Tage werden sie trotzdem wieder lebendig sein, damit Du sie wieder erschießen kannst,« ergänzte Brauneck.

Erich lachte, aber ein heftiger Hustenanfall unterbrach seine Heiterkeit, und die hübschen Züge seines Gesichtchens verzogen sich schmerzhaft.

»Jetzt aber mußt Du still liegen, mein Kind, nicht sprechen,« fuhr Brauneck fort, als der Anfall vorüber war. »Sonst wirst Du nicht gesund, und wir können nicht zusammen Wild und Jäger spielen.«

Der Knabe war erschöpft in die Kissen zurückgesunken und schloß die Augen. Gabriele träufelte ihm einen Löffel voll Medicin zwischen die trockenen, heißen Lippen; dann saßen die beiden Gatten eine Weile schweigend an seinem Lager. Da schlug die Uhr acht, und Brauneck schnellte von seinem Sitze empor.

»Ich gehe, meine Gäste zu empfangen,« flüsterte er, zu Gabriele geneigt. »Wir werden heute unser Spielchen in meinem Zimmer abhalten, und ich will den Herren beim Kommen und Gehen die größtmögliche Behutsamkeit anempfehlen, damit Erich nicht beunruhigt werde.«

Gabriele schaute auf und der Ausdruck peinlichen Staunens malte sich in ihren Gesichtszügen.

»Wie?« sagte sie, »Du hast Deinen Herren nicht abgesagt? Du findest ein Vergnügen daran, Dich dem Kartenspiele zu widmen, während Dein Kind hier schwer krank liegt?«

Brauneck zuckte die Achseln.