Mit einer anderen Dame plaudernd, stand ich neben Margarethe, als Theodor an sie herantrat, um sie um die letzte Quadrille zu bitten.
»Bedauere, ich bin schon engagirt,« sagte sie freundlich, indem sie mit dem Fächer auf mich wies.
»O, wie schade!« säuselte Theodor. Dann fügte er, sein schönes Haupt gegen sie gebeugt, ein paar leise Worte hinzu, die ich nicht verstand und die von Margarethe ebenso leise beantwortet wurden, während eine flüchtige Röthe über ihre zarten Wangen glitt.
Gleich darauf wurde eine Schnellpolka gespielt und Margarethe flog an Theodor's Arm durch den Saal dahin.
Nachdem auch ich einige Touren getanzt, schlängelte ich mich wieder in Margarethens Nähe, die soeben mit blitzenden Augen und hochwogendem Busen sich auf ein kleines Ecksofa niedergleiten ließ, während Theodor vor ihr stehend, ihr mit dem Fächer Kühlung zuwehte. Ich war mir dessen vollbewußt, eigentlich eine lächerliche Rolle zu spielen, wenn ich mich stets, wenn auch für Andere so unauffällig wie möglich, in Margarethens Nähe drängte. Aber der Groll über des Unwiderstehlichen – des Unausstehlichen, wie ich ihn meinem Inneren nannte – neue Triumphe packte mich so mächtig, daß ich dem Drange, den Aufpasser zu machen, selbst auf die Gefahr hin, abgeschmackt zu scheinen, nicht zu widerstehen vermochte.
Diesmal aber schien es sich nicht zu lohnen, den Lauscherposten zu beziehen, denn Beide plauderten ganz harmlos über einen Pavillon, den Arthur in dem bis an den Garten sich hinziehenden Walde hatte bauen lassen.
»Es ist mein Lieblingsplätzchen,« erzählte Margarethe, »wo ich mit einer Arbeit, oder einem Buche manche Stunde verbringe. Der dichte Nadelwald, die kleine Anhöhe, von welcher aus sich ein weiter Blick über das Thal öffnet, bieten einen reizenden Aufenthalt. Um mir denselben bequemer zu machen, überraschte mich Arthur mit dem Lusthäuschen.«
»Wie tollkühn, so allein viele Stunden im Walde zuzubringen,« fiel Theodor ein.
»Durchaus nicht allein,« erwiderte Margarethe. »Mein Pluto begleitet mich stets auf meinen Wegen. Und er ist ein gar wackerer und treuer Beschützer.«
»Und trauen Sie Ihrem Pluto eine so famose Witterung zu,« mischte jetzt ich mich in das Gespräch, »daß er vermöge seiner feinen Nase jede Gefahr erkennt, die Ihnen von unvermutheter Seite droht?«