»Es scheint Ihnen Vergnügen zu gewähren, mich zu quälen,« flötete Theodor. »Sie müssen doch erkennen, daß es nur widerwillig geschieht, wenn ich meine Huldigungen scheinbar Anderen zuwende, daß ich dieses Opfer nur zu dem Zwecke bringe, um meine wahren Empfindungen zu verbergen.«
Weiter hörte ich nichts mehr. Die unfreiwillig Belauschten hatten wieder in den Saal zurück getanzt.
Bald darauf ging die Gesellschaft auseinander. Einige der Gäste kehrten nach ihren benachbarten Landsitzen heim, andere fuhren nach der Bahnstation, um nach der Hauptstadt zurückzukehren. Theodor und ich begaben uns auf unsere Zimmer.
»Nun, hast Du Dich von Deiner Niederlage schon erholt? Keine Beulen davongetragen? Du trägst ja eine Jammermiene zur Schau, als ob Du große Schmerzen fühltest?« spottete Theodor, nachdem der uns führende Diener sich entfernt hatte.
»Immer noch besser, eine Jammermiene, als die Rolle eines Polichinells,« versetzte ich gereizt.
»Ah – wen meinst Du mit dem Polichinell?« frug Theodor sanft, während er sich seiner Handschuhe und Halsbinde entledigte.
»Niemand Anderen als Dich,« antwortete ich, an der offenen Thür meines Zimmers stehend.
»Ei wirklich, und warum denn das?«
»Darum, weil ich es für einen Mann lächerlich finde, wie ein kokettes Salondämchen keinen anderen Ehrgeiz zu kennen, als den, Eroberungen zu machen.«
»So, so! Nun, wenn es Dich lächert, zu sehen, daß die Damen sich mit mir lebhafter unterhalten und lieber tanzen als mit Anderen, so will ich Dir das Vergnügen nicht wehren, Dich über diesen Anblick zu belustigen. Uebrigens kenne ich ein altes Sprichwort: Wer zuletzt lacht und so weiter.«