»Das gilt nicht,« rief sie. »Darauf stoße ich nicht an.«
»Mein Freund hat sich falsch ausgedrückt,« fiel Theodor ein. »Manche Spötter geben mir allerdings diesen Namen. Dies beruht jedoch auf einer Verwechslung der Begriffe. Kein einzelner Mensch ist unwiderstehlich, nur die siegreiche Allmacht der Liebe ist es. Wollen Sie auf die Macht der Liebe trinken, gnädige Frau?«
Während Theodor sprach, hatte Margarethe den Blick gesenkt. Jetzt sah sie wieder auf.
»Es lebe die Liebe!« sagte sie.
Nochmals erklangen die Gläser und Theodor's und Margarethens Blicke begegneten sich in stummer und doch beredter Sprache.
Nach Tische zog Margarethe sich für kurze Zeit zurück, um, wie sie mir zuflüsterte, für Theodor's Geburtstag eine kleine Ueberraschung vorzubereiten.
»Du wolltest mir mit Deinem Toast eine kleine Grube graben,« sagte Theodor, als Margarethe uns verlassen hatte. »Ich fürchte jedoch, daß sich wieder einmal das Sprichwort von solchem Gebaren bewähren werde. Nicht ich werde es sein, der hineinstürzt. Deine Theorien werden mit einem großen Plumps hineinfallen.«
»Morgen geht die Frist zu Ende,« versetzte ich.
»Allerdings. Aber zweifelst Du wirklich noch daran, daß meine Anschauungen Recht erhalten werden?«
Ich zuckte mit den Achseln und gab keine Antwort.