Dann überlegte ich, was ich thun sollte. Hier warten? – Wozu! Hierher kamen sie gewiß nicht mehr. Nach Hause zurückkehren, allein? – Damit riskirte ich, Margarethe zu compromittiren, deren Escapade mit Theodor dadurch bekannt wurde. Den Beiden auf dem Wege nach dem Pavillon folgen? – Das war unmöglich, denn ich kannte den Weg nicht, der eine Steinwurfweite von der Bank entfernt sich in drei verschiedenen Richtungen nach dem Walde hin trennte. Also was thun –?

Plötzlich schoß mit ein Gedanke durch den Kopf. Spornstreichs eilte ich wieder zur Villa zurück und rief Pluto heran, Margarethens prächtige dänische Dogge, deren specielle Freundschaft ich mir bereits erworben hatte und die mir ohne Widerstreben folgte. Zum viertenmale legte ich, jetzt von Pluto begleitet, den Weg zur Bank am Flußufer zurück. Dort angelangt, rief ich dem Hunde zu:

»Such' die Frau, such' Deine Herrin, Pluto! Such', such'!« und ich hielt ihm Margarethens Tuch an die Nase, auf daß er besser verstehe, wen er suchen sollte. Und das kluge, schöne Thier verstand mich vortrefflich.

Erst hob es den Kopf empor und schnupperte in die Lüfte, dann den Weg entlang. Und ein leises, kurzes Gebell anschlagend, sprang es in weiten Sätzen auf einem der sich kreuzenden Fußpfade dem Walde zu.

»Langsam, Pluto, langsam!« rief ich ihm zu, da ich ihm kaum zu folgen vermochte.

Der Hund mäßigte seinen Lauf und nun ging es, von ihm geleitet, in den Wald hinein.

Es dämmerte bereits und im Forste lag schon tiefes Dunkel. Mit den Füßen über Wurzeln stolpernd, mit dem Kopfe an Bäume stoßend, das Gesicht gepeitscht von den niederhängenden Zweigen, folgte ich im Laufschritte meinem wackeren Führer.

Plötzlich sah ich eine Lichtung vor mir und in demselben Augenblicke hörte ich Pluto, der mir in den letzten Minuten vorangeeilt war, laut und freudig aufbellen. Dann ließ sich Margarethens Stimme vernehmen:

»Pluto, Du hier! Wie kommst Du hierher, mein Braver?«

Und darauf Theodor: