»Er wird aus dem Garten entkommen und Ihrer Spur gefolgt sein.«
Da waren sie also! – Tief aufathmend blieb ich stehen. In diesem Zustande, athemlos, keines Wortes mächtig, mit zerzaustem Haar, die Kleider in Unordnung vom wilden Lauf, konnte ich unmöglich vor die Beiden hintreten. Was würden sie von mir denken! Auch mußte ich mich erst besinnen, was ich ihnen zur Erklärung meiner seltsamen Parforcejagd sagen wollte.
Behutsam, um meine Nähe durch kein Geräusch zu verrathen, drang ich bis an den Saum des Waldes vor. Nur der dämmernde Lichtschein, der von dort in das Dickicht fiel, leitete mich jetzt. Denn die Stimmen der Gesuchten waren verstummt. Am Rande der Lichtung, vom tiefen Schatten der Bäume gedeckt, hielt ich nochmals inne. Und jetzt erblickte ich die Beiden.
Inmitten der kleinen Waldwiese, nahe dem im Stile eines Miniaturschweizerhäuschens gebauten Pavillon, stand Margarethe, das Haupt zu Theodor herabgeneigt, der vor ihr auf den Knien lag –
Und mit bebender Stimme sprach er:
»Zürne mir nicht, Margarethe, daß ich es wage, Dir das Geheimniß meines Herzens zu entdecken. Ich liebe Dich, liebe Dich unsäglich!«
Margarethe trat einen Schritt zurück.
»Wie unvorsichtig!« flüsterte sie hastig. »Wissen Sie denn nicht, daß nicht nur Wände, zuweilen auch die Bäume Ohren haben? – So stehen Sie doch auf!«
Theodor erhob sich. Und die Hand nach dem Pavillon ausstreckend, bat er:
»Margarethe –?!«