Die Thür öffnete sich und Beide verschwanden im Inneren des Häuschens.

In einer Secunde stürmte blitzartig eine Fluth von Gedanken und Gefühlen durch mein Inneres.

Ein Schmerz durchzuckte mich, wie er heftiger nicht hätte sein können, wäre ich Margarethens Gatte oder Bruder gewesen. Einen Augenblick fühlte ich mich versucht, ihnen nachzustürzen und Theodor zu Boden zu schlagen. Aber hatte ich etwa ein Recht dazu? Wahrlich nicht! Dann ergriff mich Scham, als ob ich es wäre, der einen Frevel begangen, und eine wilde Qual, meinen Glauben an Tugend, an die Unwandelbarkeit treuer Liebe so schmählich und auf so lächerliche Weise zerstört zu sehen. Und alle diese Gedanken und Empfindungen waren in wenigen Augenblicken zusammengedrängt, denn als ich mich wieder zusammenraffte, fiel hinter den Beiden erst die Thür ins Schloß.

Doch was war dies? – In dem Häuschen blitzte plötzlich ein Lichtschein auf und ein schwacher Schrei ertönte.

Ich schritt vorwärts, und durch ein Fenster in den Pavillon spähend, bot sich mir der überraschendste Anblick.

In der mir gegenüber liegenden Fensteröffnung las ich die durch ein glänzendes Transparent gebildeten Worte:

»Veni, vidi – non vici.«

Und nun wurde es hell im Pavillon. Unter Margarethens Händen flammte eine Lampe auf. Und ich sah auf einem Tischchen allerlei kostbare Gegenstände zierlich geordnet: einen eleganten Briefbeschwerer, eine prachtvolle türkische Pfeife, ein Cigarrenetui und noch manches andere, dessen ich mich nicht mehr entsinne.

Neben dem Tischchen aber stand Margarethe – an Arthur's Schulter gelehnt und Beide blickten lächelnd auf Theodor, der starr wie eine Bildsäule an der Thür stand.

Jetzt trat Margarethe auf ihn zu.