Ein sanftes, seliges Lächeln verklärte seine Züge, ein zitternder Seufzer hob die eingefallene Brust, und eingelullt von stolzem Hoffnungstraum und süßer Harmonien Sang entschlief er.

Oben ward das Weihnachtsfest bis zum hellen Morgen gefeiert. Und als ich Abschied nahm vom Meister, da wollte mein Mund niedersinken auf des edlen Menschen Hand, der ruhm- und glückumgeben, der Elenden nicht vergißt und ihnen Trost und Liebe spendet.

Die Harfenspielerin.

Aergerlich warf Julian die Feder fort, daß die Tinte aufspritzte.

Da sollte der Henker diese mühsamen Rechnungen revidiren, während vom Hofe herauf unausstehliches Harfengeklimper und eine müde, dünne Mädchenstimme tönte, die sinnige Volkslieder und rohe Gassenhauer in wüstem Durcheinander herableierte.

Julian hatte der Sängerin schon eine Geldmünze zugeworfen, auf daß sie den Platz räume und ihre musikalischen Productionen irgend anderswohin verlege, wo sie ihn nicht in seiner Arbeit störten. Daran war aber vorläufig nicht zu denken, denn die ganze Kinderwelt des großen Hauses stand in einem Kreise um sie herum, ihren schrecklichen Vorträgen freudig lauschend. Sie wollte sie noch nicht ziehen lassen, und die Harfenistin blieb gern, auf eine Entlohnung von den Müttern der Kinder hoffend, die theils an deren Seite stehend, theils von den offenen Fenstern aus dem Jubel ihrer Kleinen zulächelten.

Nochmals versuchte Julian, in seinen Rechnungen fortzufahren, doch ebenso erfolglos wie früher. Die Ziffern und Zahlen tanzten ihm wie kleine, neckende Kobolde vor den Augen. Bald wußte er nicht mehr, wie viel Rest bleibe von achtundzwanzig Mark sieben Pfennige, nach Abzug von siebzehn Mark zweiunddreißig Pfennige.

»In der Weidlingau ist der Himmel blau –« klang es ihm in die Ohren.

»Sechs Mark achtundzwanzig Pfennige. – Nein, gefehlt!«

»Ach, es wär' so schön gewesen –«