„Den französischen vollkommen, um den österreichischen habe ich mich niemals bekümmert, Herr General.“

„Warum haben Sie sich nicht bei dem Major Schröer gemeldet?“

„Ich wußte nicht einmal, daß noch ein österreichisches Kommando hier sei, und würde es dann noch für überflüssig gehalten haben, ich bin ein geborener Frankfurter.“

„Sie haben sehr gegen den Dienst gefehlt, bei uns würde so etwas streng bestraft werden.“

„Unglücklicherweise oder glücklicherweise habe ich nicht die Ehre, in österreichischen Diensten zu stehen.“

„Sie haben sich über Ihren Urlaub auszuweisen.“

„Nichts leichter als dies.“

Ich überreichte dem General meinen Urlaubsschein, den mir der Kommandant von Straßburg, Divisionsgeneral Desbureaux, in französischer Sprache ausgestellt hatte.

Hardegg tat, als lese er denselben, indem er ihn brummend mit den Augen durchlief und ihn mir dann mit einem: „Das ist ganz gut!“ zurückstellte. Ich hatte Mühe, dem guten General nicht ins Gesicht zu lachen, da ich wußte, daß er ebensowenig Französisch als Chinesisch verstand und nur österreichisches Deutsch sprach. Er erlaubte sich indessen noch einige Äußerungen über das französische Militärwesen und sagte unter anderem, er begreife gar nicht, wie man noch einige Anhänglichkeit an einen solchen Sauschwanz und Spitzbuben, wie der Napoleon sei, haben könne, worauf ich erwiderte: „Was das französische Militärwesen anbetrifft, so glaube ich allerdings, daß es niemand besser aus Erfahrung zu schätzen wissen wird, als die Österreicher. Was aber den Napoleon anbelangt, so ist es mir unbegreiflich, wie Ihr Kaiser einem solchen Spitzbuben seine Tochter zur Frau geben konnte.“

„Jo, ’s hat halt ämol so sein müsse,“ versetzte der General, dem ich mich nun lächelnd empfahl, nachdem ich ihn noch gefragt, ob er hinsichtlich meiner Person genügend befriedigt sei und er sein: „’s is halt so gut!“ erwidert hatte.