Der Dragoner

Vor ihr her lief immer, wie ein Licht, ein weißer Spitz.

Der hieß Kony.

Sie hieß Beate.

Und Beate bewegte sich prustend, unermüdlich den Mauern der Infanteriekaserne entlang. (. . . vom „General Finkenkeller“ bis „Zu unserem lieben Kronprinz“ . . .) Hier standen sie, Wally und Mizzl, und um sie herum ein Haufen Lärm-Infanteristen, betrunken. Bis endlich zwei aus der Masse losbröckelten. Die übrigen trollten sich schreiend weiter.

Die Werthergasse war entleert. Sie war staubig, ein ausgetrocknetes Flußbett. Trotzdem es Samstag war. —

Und Wally und Mizzl standen, das zweitemal, beim „Zu unserem lieben Kronprinz“, und um sie herum ein Haufen Lärm-Infanteristen, betrunken. Bis zwei aus der Masse losbröckelten.

Die Laternen wurden gelöscht. Die einzige Helligkeit verbreiteten Leucht-Wolken am Himmel, und Kony, der wie ein Licht vor Beate herlief. Und das Dunkel stürzte sich wie ein böses Raubtier, plötzlich, laut gähnend, offenen Rachens über den „General Finkenkeller“ und „Zu unserem lieben Kronprinz“ und fraß die. Das polterte, tobte, schrie, flackerte rot und feucht, hier einige Male, dort einige Male, dann war auf einmal Schluß.

Da mußte Beate heiß an ihren Kony denken. Der war Athlet. Drei Preise hatte er errungen, zwei zweite, einen ersten, Eichenkränze, ganz grün, mit schwarz-weißen Seidenschleifen und Goldschrift. Und alles schrie „Hoch!“ und laut „Hurra!“, und die Musik blies furchtbar, als der

Vorstand der „Stämmigen Brüder“, der Gerichtssekretär Huber (der graue, der mit dem Bismarck auf dem Bauch! ) sie ihm aufs Haupt setzte. Und Kony war ganz rot vor Freude, sein großer aufgedrehter Schnurrbart glänzte. Und er betrank sich diesen Abend, den Siegeskranz um das Haupt.